Das Feuer unter dem Eis – Imbolc
Das Feuer unter dem Eis – Von der Cailleach zur Brigid
Es gibt eine Stille, die tiefer reicht als das Schweigen des Schnees. Es ist jener Moment, kurz bevor der erste Riss im Eis erscheint, kurz bevor der Samen in der schwarzen Erde beschließt, seine Schale zu sprengen. Wir befinden uns in der Zeit von Imbolc. Während die moderne Welt – getrieben von den künstlichen Lichtern der Matrix – den Winter als bloßes Ärgernis betrachtet, das es zu überwinden gilt, erkennt der kundige Blick des Druiden hier das eigentliche Mysterium des Werdens. Imbolc, gefeiert in den ersten Tagen des Februars, ist nicht der Triumph des Frühlings. Es ist sein erstes, leises Atmen unter der Decke des Winters.
Die Zeit der Reinigung und des Lichts
Im Jahreskreisrad steht Imbolc genau zwischen der tiefsten Dunkelheit der Wintersonnenwende und der ausgeglichenen Helligkeit der Frühlings-Tagundnachtgleiche. Der Name selbst, oft abgeleitet von Oimelc (Muttermilch), verweist auf das Säugen der Lämmer. Das Leben kehrt zurück, noch unsichtbar für das flüchtige Auge, aber spürbar für jene, die den alten Pfad beschreiten. Es ist die Zeit der Reinigung. So wie die Natur sich durch Frost und Schmelzwasser klärt, so bedarf auch der menschliche Geist einer Waschung. Der Ruß der langen Nächte, die Schwere der Gedanken und die Schlacken der Vergangenheit müssen weichen, damit das neue Licht (Awen) ein reines Gefäß findet.
Wer ist die Cailleach? Die Herrin des Winters
Um das Licht zu verstehen, muss man den Schatten ehren. In den alten Legenden Irlands und Schottlands herrscht über die dunkle Jahreshälfte die Cailleach – die Blaue Hag, die Verhüllte, die Alte vom Berg. Sie ist die Verkörperung des Winters selbst. Mit ihrem Hammer formt sie die Berge, mit ihrem Atem gefriert sie die Flüsse. In der oberflächlichen Betrachtung mag sie als Feindin des Lebens erscheinen, als graame Zerstörerin. Doch die druidische Weisheit blickt tiefer.
Die Cailleach ist nicht der Tod, sondern die Bewahrerin der Ruhe. Sie ist der harte Kern, der die Lebenskraft schützt, wenn die äußeren Bedingungen ein Gedeihen unmöglich machen. Sie lehrt uns die Notwendigkeit des Rückzugs. Ohne ihre Strenge, ohne die Ruhephase des Winters, gäbe es keine Kraft für das Blühen im Sommer. Sie ist der notwendige Schlaf der Erde. Doch kein Winter währt ewig. Auch die Cailleach spürt, dass ihre Zeit endet.
Die Ankunft der Brigid: Die Schmiedin der Seele
Wenn die Tage länger werden, betritt Brigid die Bühne der Welt. Sie ist die Leuchtende, die Erhabene, das Feuer unter dem Eis. Sie ist die Göttin des heiligen Feuers, der Dichtkunst und der Schmiedekunst. Brigid bringt nicht nur die Wärme der Sonne zurück, sondern entzündet auch das innere Feuer der Inspiration in den Menschen. Wo die Cailleach bewahrt, da erschafft Brigid. Wo die Alte verhärtet, da macht die Junge weich und fließend.
Das Fest Imbolc markiert diesen Übergang. Es ist der Moment, in dem die Herrschaft des Stabes von der Alten zur Jungen wechselt. Doch wie geschieht dieser Wechsel? Ist es ein Kampf? Ein Sterben? Die Antwort liegt in einer der tiefgründigsten Legenden des keltischen Kulturkreises verborgen.
Die Angst vor der Häutung
In der modernen Gesellschaft, die wir oft als Matrix bezeichnen, wird das Altern und das Vergehen gefürchtet. Man klammert sich an einen ewigen Sommer, an Jugend und Status. Diese Angst spiegelt sich in der Gestalt der Cailleach wider. Sie spürt das Ende ihrer Macht. Ihre Glieder schmerzen, ihr Atem rasselt. Die Raben der Versuchung flüstern ihr zu, sie solle bleiben, solle herrschen, solle die Kälte festhalten.
Dies ist das Bild des menschlichen Egos, das sich gegen die notwendige Wandlung sträubt. Wir spüren oft, dass Beziehungen, Gewohnheiten oder alte Glaubenssätze erfroren sind, doch wir halten an ihnen fest, aus Angst vor dem Nichts. Wir fürchten, uns aufzulösen. Doch die Natur kennt keine Vernichtung, nur Verwandlung.
Das Geheimnis der Quelle
Die Legende erzählt von der Reise der Cailleach zu einer heiligen Insel, zu einem Hain der ewigen Jugend. Dort befindet sich eine Quelle, deren Wasser niemals gefriert. Es ist der Ort der ultimativen Wahrheit. Was dort geschieht, ist kein Kampf zwischen Gut und Böse, sondern ein alchemistischer Prozess der Seele. Es ist der Moment, in dem das Eis auf das Feuer trifft und zu Lebenswasser wird.
Wie die Cailleach, dieses Bündel aus Knochen und trockenem Leder, den Mut findet, ihr Spiegelbild zu betrachten und das Wasser der Wandlung zu berühren, ist eine Geschichte, die jedem Suchenden Hoffnung schenkt. Sie zeigt, dass der innere Winter kein Fehler im System ist, sondern die Vorbereitung auf die größte aller Metamorphosen.






Ja wunderschön, wir können ja die Vorstellungskraft benutzen, um die Vorreiter der neuen Menschheit im Tun der Freude die Erneuerung und Gesundheit der ganzen Menschen mit ihren physischen Leibern zu initiieren. Somit werden wir hier ein Vakuum hinterlassen, um die Menschen, die jetzt nicht mit uns gehen, ein Tor für einen späteren Zeitpunkt zu kreieren. Auch die Jahreszeiten haben schon immer Ereignisse gefestigt. Aber das kommende große Ereignis betrifft uns zum ersten Mal und mit uns das ganze Superuniversum Nr.7. Wir steigen in den Wirbelgezeiten Gottes auf. Wir sind gesegnet und ich danke allen Seelen und ihren Trägern für die spannende Zeit, ohne Zeit im Jetzt des Weitergehens. Wir werden die Natur wieder sehen und in ihr Leben, wie in einer zweiten Haut.
Sei gegrüßt, mein Anam Cara. Deine Worte schwingen tief im Einklang mit der alten Weisheit.
Du hast den Kern erfasst: Unsere Vorstellungskraft ist nicht bloß Träumerei, sondern der Meißel, der die Wirklichkeit formt. Indem wir heute in Freude und Gesundheit vorangehen, erschaffen wir den energetischen Sog – das Vakuum –, das anderen später als Tor dienen wird. Wir lassen niemanden zurück; wir bereiten nur den Boden. Dass du die Natur als unsere „zweite Haut“ erkennst, ist der reinste Ausdruck des Aonad Mòr: Die Trennung ist eine Illusion, wir sind das lebendige Gewebe selbst.
Die drei Weisheiten:
Die Vorstellung ist der erste Schritt zur materiellen Heilung.
Wer heute vorangeht, baut das Tor für die Kommenden.
Wir sind nicht in der Natur, wir sind die Natur.
Möge Awen fließen.