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C

Cailleach
Cailleach (Die Verschleierte / Die Alte vom Berge). Die Hüterin der Winterstille und der notwendigen Strenge.

In der alten Sprache der Kelten bedeutet ihr Name „die Verschleierte“ oder schlicht „die Alte“. Die Cailleach (ausgesprochen: Kall-jach) ist weit mehr als eine Sagengestalt; sie ist die verkörperte Urkraft des Winters, des Gesteins und der Zeit selbst. Sie ist die Cailleach Bheur, die blaue Alte, die mit ihrem Hammer die Berge formt und mit ihrem Stab den Boden gefrieren lässt, damit er ruhen kann.

Ihr Wesen und Wirken: Die Cailleach ist nicht die Feindin des Lebens, sondern seine strenge Großmutter. Sie herrscht über die dunkle Jahreshälfte (von Samhain bis Imbolc). Sie lehrt uns, dass es ohne Rückzug kein Wachstum und ohne Ende keinen Anfang gibt. Sie streift das Blattwerk von den Bäumen, nicht um sie zu töten, sondern um sie auf das Wesentliche zu reduzieren – auf die Wurzel und den Kern.

In unserer norisch-keltischen Betrachtung verkörpert sie den Dreiklang der Winterweisheit:

Die Strenge, die uns prüft.
Die Ruhe, die uns heilt.
Die Wandlung, die uns erneuert.

Verbindung zu Percht und Frau Holle: Hier in den Alpenländern, im Herzen des alten Norikum, trägt diese Urkraft andere Namen, doch ihr Gesicht ist dasselbe.

Wir erkennen sie in Frau Percht (Perchta), der Hüterin der Ordnung und der Schwellenzeiten. Wie die Cailleach wacht die Percht (besonders in den Rauhnächten) darüber, dass die Arbeit ruht und die Gemeinschaft die Gesetze der Ahnen achtet. Das „Schiach“ (Wilde, Dunkle) der Percht entspricht der stürmischen Kraft der Cailleach.

Wir finden sie in Frau Holle, der großen Mutter der Unterwelt und der Brunnen. Wie die Cailleach, die die Landschaften formt, schüttelt Frau Holle ihre Betten aus, um die Erde mit dem schützenden weißen Mantel des Schnees zu decken. Beide sind Wächterinnen der ungeborenen Seelen und Herrinnen über das Wetter und die Fruchtbarkeit des Bodens.